FAQ

Wir sind ein Bündnis aus lokalen Gruppen und Privatpersonen, die sich für einen Kasseler Kohleausstieg einsetzen. Wir treten für eine umfassende Wärme- und Energiewende in Kassel ein. Gegründet haben wir uns im Frühjahr 2019 und werden beraten von einem Beirat, der sich wissenschaftlich und technisch mit Wärme- und Energieversorgung in Kassel auseinandersetzt.

Am Stadtrand, in der Dennhäuser Straße in Niederzwehren, wird in den Wintermonaten Braunkohle verbrannt, um Fernwärme zu produzieren, ca. 120.000 Tonnen jährlich. Nebenbei wird auch Strom produziert. Die Kasseler Kohleverbrennung verursachte 2016 allein ca. 150.000 Tonnen CO2 . Das entspricht rund 10% der gesamten Kasseler Emissionen!

Im Fernwärmekraftwerk Kassel wird neben Hartbraunkohle aus Tschechien hauptsächlich Rohbraunkohle aus dem Rheinischen Braunkohlerevier verbrannt. Dort liegt auch der Hambacher Wald.

Das Kohlekraftwerk hat im Jahr 2016 ca. 150.000t CO2 ausgestoßen. Das ist ungefähr so viel, wie wenn alle Leute aus Kassel  einmal nach Mallorca und zurück fliegen.
Die Menge ist also schon relevant, vor allem, wenn man bedenkt, dass es dabei nur darum geht, einen Teil der Häuser zu heizen, wofür längst CO2-ärmere Technologien verfügbar sind.

Natürlich gibt es woanders größere Kraftwerke, aber wir können hier in Kassel einen Unterschied machen. Jedes Kraftwerk, das früher aus der Kohle aussteigt, trägt dazu bei, dass unsere Erde lebenswert bleibt.

Tatsächlich haben sich die Städtischen Werke selbst eine Strategie überlegt, wie sie aus der Kohle aussteigen. Nämlich durch eine Umrüstung auf die Verbrennung von Klärschlamm und Altholz. (Siehe https://www.hna.de/kassel/niederzwehren-ort83989/kassel-bis-2030-soll-kraftwerk-ohne-kohle-laufen-11654745.html) Langfristig braucht es darüber hinaus aber eine Strategie, wie die Energieversorgung in Kassel möglichst schnell mit erneuerbaren Energien gestaltet werden kann.

Nein, das Kraftwerk soll mit den Brennstoffen Klärschlamm und Altholz betrieben werden, es ändert sich also erst einmal nur der Input.

Die Kohle wird hauptsächlich zur Erzeugung von Fernwärme verwendet.

Es gibt keine verbindliche Zusage der Stadt Kassel oder der Städtischen Werke für einen Kohleausstieg. Die Städtischen Werke handeln unter der Prämisse, dass sie Gewinne abwerfen müssen. Da kann sich der Kohleausstieg auch noch weiter verzögern. Wir fordern, dass der Kohleausstieg in Kassel tatsächlich und schneller kommen muss und bleiben dran, bis die Ziele verbindlich festgeschrieben sind.

Die Planung für die Umbauten steht. Das Genehmigungsverfahren für eine Klärschlammtrocknung läuft bereits und die Anlage zur Altholzaufbereitung steht auch schon, wenn auch an einem anderen Standort in Kassel. Die Frage ist also eher, warum sollte es noch bis 2030 dauern? Technisch ist ein Umbau deutlich früher zwar ambitioniert, aber möglich. Im Prinzip ist das Tempo politisch zu sehen. Wie am Beispiel der erfolgreichen Wärmewende in Dänemark zu sehen, kann sich ein Akteur auch dazu entschließen, die notwendigen Schritte einzuleiten, Strukturen umzubauen und Ziele fest zu definieren. Mit politischem Willen geht es so viel schneller!

Langfristig wird es auch nicht die beste Lösung sein, Klärschlamm und Altholz in größeren Mengen nach Kassel zu transportieren. Es bedarf also einer langfristigen Strategie für eine wirklich nachhaltige Lösung – die wir ja mit unserer Kampagne auch fordern. Der Klärschlamm muss jedoch entsorgt werden, und damit ist eine kurzfristige Umrüstung zumindest nicht die schlechteste Lösung – ganz im Gegensatz zum Weiterbetrieb des Kohlekraftwerks, was die klimaschädlichste Form der Wärme- und Stromgewinnung ist.
Wir wollen, dass die Stadt Kassel Verantwortung übernimmt und JETZT wirksamen Klimaschutz umsetzt, anstatt weiter wohlklingende Resolutionen zu verabschieden.

Die Umrüstung des Kohlekraftwerks ist eine ganz konkrete, zeitnah umsetzbare Maßnahme zur Emissionsreduktion. Aber das ist noch nicht alles. Weil das Kohlekraftwerk nur eine der vielen Herausforderungen auf dem Weg zu Klimaneutralität und Klimagerechtigkeit in Kassel ist, haben wir weitere Ziele unseres Bündnisses formuliert. Als Kasseler Bürger*innen mit Verantwortung für unsere Stadt und die weltweite Zukunft fordern wir langfristige Lösungen mit nachhaltigen Technologien in allen Sektoren und eine generelle, verbindliche Klimaschutzstrategie ein.

Neben dem Ziel, das Fernwärmekraftwerk bis spätestens 2023 kohlefrei zu betreiben, haben wir eine Liste weiterer Forderungen aufgestellt, um einen Pfad Richtung 1,5°C-Stadt zu zeichnen. Ein Kraftwerk umzurüsten reicht längst nicht aus, deswegen müssen wir dafür sorgen, dass die Stadt Kassel langfristig eine emissionsfreie Energieversorgung, also Strom- und Wärmeversorgung aufbaut. Und das muss schnell gehen! Über die Beteiligung von uns Bürger*innen wollen wir eine Kontrolle und sozialverträgliche Umsetzung der Ziele erreichen. Auch über den Sektor der Energieversorgung denken wir hinaus, der Verkehr, die Landwirtschaft etc. müssen sich ebenfalls nach dem Klimaschutz ausrichten. 1,5°C-Stadt bedeutet, dass die Stadt Kassel mit ihrem Ressourcen- und Energieverbrauch innerhalb ihres Emissionskontingents bleibt, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen.

Als Einzelperson:

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Als Organisation

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