Transformationsplan Fernwärme reißt Klimaneutralitätsziel 2030 – dringender Anpassungsbedarf
Zum heute veröffentlichten Klima-Transformationsplan der Städtischen Werke Kassel kommentiert Ferdinand Wikullil vom zivilgesellschaftlichen Bündnis kassel kohlefrei:
„Wir begrüßen, dass die Städtischen Werke über den Kohleausstieg hinaus konkrete Pläne für eine klimafreundliche Wärmeversorgung entwickeln. Doch es ist nicht hinnehmbar, dass die Treibhausgasneutralität erst 2045 – also zum spätestmöglichen gesetzlichen Termin – erreicht werden soll. Dies widerspricht klar dem Beschluss der Stadt Kassel, 2030 Klimaneutralität zu erreichen. Eine Reduzierung der Fernwärme-Emissionen innerhalb von 17 Jahren von 260.000 Tonnen (2023) auf 175.000 Tonnen (2040) – also nur um ein Drittel – wird der Dringlichkeit der Klimakrise nicht gerecht. Wir müssen jetzt in erneuerbare Wärme wie Solarthermie und viele Großwärmepumpen investieren, damit spätestens 2035 das letzte Erdgas im Kasseler Gaskraftwerk verbrannt wird.
Unklar bleibt auch, wann das Erdgasnetz in Kassel abgeschaltet wird – Mannheim geht mit dem Gasnetzausstieg 2035 voran. Endlich auch für Kassel ein Ausstiegsdatum zu veröffentlichen ist essenziell, damit Eigentümer von Gasheizungen rechtzeitig Planungssicherheit haben und sich keine falschen Hoffnungen auf lebensverlängernde Maßnahmen für das Gasnetz machen. Die Städtischen Werke selbst gehen davon aus, dass Wasserstoff aufgrund hoher Kosten und begrenzter Verfügbarkeit keine realistische Option für die Wärmeversorgung sein wird.
Statt langfristig auf die Verbrennung von Müll und Altholz zu setzen, sollten diese wertvollen Ressourcen besser direkt wiederverwendet werden. Eine klimafreundliche Wärmeversorgung kann nicht auf ineffizienten und begrenzten Brennstoffen basieren. Kassel braucht eine klare Strategie für den Ausbau von mehr Großwärmepumpen und anderen erneuerbaren Wärmequellen, um die Stadt nachhaltig und zukunftssicher zu versorgen.“